In der Nacht aufgestanden, um Wasser zu trinken, hörte Jeanne das Gespräch der Eltern ihres Mannes, und am Morgen reichte sie die Scheidung ein.

Jeanne richtete ihre Haare und schaute auf das Haus von Maxims Eltern.

Die zweistöckige Ziegelvilla erschien ihr immer zu groß für zwei alte Menschen.

— Na, bereit? — Max holte die Taschen aus dem Kofferraum.

— Natürlich, — lächelte sie.

Fünfzehn Jahre Ehe hatten sie gelehrt, Verlegenheit zu verbergen.

Die Tür öffnete Irina Wassiljewna.

Geschminkt, im neuen Bademantel.

— Ah, ihr seid da. Maximka, Sohn! — sie umarmte ihren Sohn und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Jeanne warf sie einen kurzen Blick zu.

— Hallo, Jeanne.

— Guten Tag, — Jeanne reichte eine Schachtel Pralinen.

— Oh, das war nicht nötig. Mein Vater hat Diabetes, der verschlechtert sich.

Max schwieg.

Wie immer.

Im Wohnzimmer saß Petr Semjonowitsch und schaute Nachrichten.

Er nickte ihnen zu und starrte wieder auf den Fernseher.

— Das Abendessen gibt es in einer Stunde, — kündigte die Schwiegermutter an.

— Maxim, hilf mir in der Küche.

— Jeanne, ruh dich aus.

Ruhen.

Als wäre sie eine Behinderte.

Jeanne ging in das Gästezimmer.

Legte ihre Sachen in den Schrank und setzte sich aufs Bett.

Hinter der Wand hörte sie die Stimmen von Max und seiner Mutter.

Über Arbeit, Nachbarn, Gesundheit.

Warum kommen sie jeden Monat hierher?

Aus Höflichkeit?

Oder vermisst Max seine Eltern wirklich?

— Jeanne, komm zum Abendessen! — rief Irina Wassiljewna.

Auf dem Tisch — Huhn, Kartoffeln, Salat.

Alles wie immer.

— Max hat erzählt, dass ihr wieder Urlaub in der Türkei gemacht habt, — begann die Schwiegermutter.

— In eurem Alter sind wir aufs Land gefahren.

— Wir haben dem Land geholfen.

— Die Zeiten sind jetzt anders, — antwortete Jeanne.

— Ja, anders.

— Früher war die Familie wichtiger als Unterhaltung.

Jeanne spürte, wie sich ihre Fäuste ballten.

Max kaute Huhn und schwieg.

— Und die Kinder wann? — Petr Semjonowitsch löste den Blick von seinem Teller.

— Die Jahre vergehen.

— Papa, wir haben schon darüber gesprochen, — murmelte Max.

— Gesprochen, gesprochen.

— Aber was bringt das?

Jeanne stand vom Tisch auf.

— Entschuldigung, mir tut der Kopf weh.

— Ich gehe früh ins Bett.

Im Zimmer schloss sie die Tür und setzte sich aufs Bett.

Die Hände zitterten.

Immer dasselbe.

Andeutungen, Vorwürfe, missbilligende Blicke.

Max kam eine halbe Stunde später herein.

— Was ist mit dir?

— Nichts.

— Ich bin nur müde.

— Sie meinen es nicht böse.

— Sie machen sich Sorgen um uns.

Sorgen.

Jeanne legte sich hin und drehte sich zur Wand.

— Gute Nacht.

Max zog sich aus, legte sich daneben.

Nach ein paar Minuten schnarchte er.

Und Jeanne lag da und dachte.

Darüber, dass es morgen wieder Frühstück mit spöttischen Bemerkungen geben würde.

Wieder würde Max so tun, als würde er nichts bemerken.

Fünfzehn Jahre.

Wirklich das ganze Leben so?

Jeanne wachte um drei Uhr morgens auf.

Ihr Mund war trocken, der Kopf dröhnte.

Neben ihr schnarchte Max, ausgestreckt auf dem ganzen Bett.

Sie stand auf, zog den Bademantel an und ging in die Küche, um Wasser zu holen.

Im Flur brannte das Nachtlicht, die Dielen knarrten unter ihren Füßen.

Vor der Küche blieb sie stehen.

Dort hörte sie die Stimmen von Schwiegervater und Schwiegermutter.

— …erträgt diese unfruchtbare Kuh, — zischte Irina Wassiljewna.

— Fünfzehn Jahre!

— Keine Kinder, kein Nutzen.

— Sei leise, sonst hört uns jemand, — murmelte Petr Semjonowitsch.

— Dann soll er hören!

— Vielleicht bekommt er wenigstens Scham.

— Maximka könnte jede haben.

— Schön, gut situiert.

Jeanne drückte sich an die Wand.

Ihr Herz schlug so laut, dass es schien, als würde das ganze Haus es hören.

— Und was schlägst du vor?

— Morgen ernsthaft mit ihm sprechen.

— Ernsthaft sprechen.

— Ein Mann muss verstehen — die Zeit ist nicht dehnbar.

— Mit 43 kann man noch eine normale Familie gründen.

— Und ihre Wohnung?

— Das Auto?

— Die Wohnung ist auf Max registriert, wir haben das Geld für die Anzahlung gegeben.

— Auch das Auto gehört ihm.

— Sie bekommt nur, was sie selbst verdient hat.

Irina Wassiljewna lachte widerlich:

— Und das sind Peanuts.

— Diese verdammte Bibliothekarin.

— Glaubst du, er stimmt zu?

— Auf jeden Fall.

— Ich bin seine Mutter, ich weiß, wie man spricht.

— Wichtig ist, es richtig zu vermitteln.

— Sag: „Du bist unglücklich, mein Sohn, du leidest mit dieser… wie heißt sie noch…“

— Jeanne.

— Genau, Jeanne.

— Mit dieser Jeanne.

— Es ist Zeit, den Ballast loszuwerden!

Jeanne stand da und konnte es nicht fassen.

Ballast.

Fünfzehn Jahre war sie Ballast.

— Und wenn er ablehnt?

— Er wird nicht ablehnen.

— Max hat mir immer zugehört.

— Und jetzt wird er zuhören.

In der Küche raschelten die Tüten, das Geschirr klapperte.

— Na gut, Schlafenszeit.

— Morgen ist ein großer Tag.

Jeanne ging schnell zur Toilette und schloss die Tür ab.

Sie setzte sich auf den Toilettendeckel und hielt ihr Gesicht in die Hände.

Ballast.

Unfruchtbare Kuh.

Fünfzehn Jahre hat sie sich bemüht.

Für die Feiertage gekocht, Geschenke gemacht, Andeutungen und Vorwürfe ertragen.

Und sie planten, sie loszuwerden wie alte Möbel.

Und Max wird gehorchen.

Natürlich wird er gehorchen.

Wann hat er seine Mutter nicht gehört?

Jeanne kehrte ins Zimmer zurück.

Max schnarchte immer noch.

Sie legte sich hin, zog die Decke über sich und wartete auf den Morgen.

Um sieben stand sie auf, zog sich an, packte ihre Sachen in die Tasche.

Max wachte vom Rascheln auf.

— Jeanne, warum so früh?

— Ich fahre nach Hause.

— Wie nach Hause?

— Wir wollten doch bis abends bleiben.

— Ich will nach Hause.

— Jetzt.

Max setzte sich aufs Bett, rieb sich die Augen:

— Was ist passiert?

— Nichts ist passiert.

— Ich will einfach nach Hause.

— Und die Eltern?

— Sie werden sich ärgern.

Eltern.

Jeanne nahm die Tasche:

— Richte ihnen Grüße aus.

— Sag, dass mein Kopf weh tat.

— Ich fahre mit dir.

— Nein, bleib.

— Verbringe Zeit mit den Eltern.

Sie verließ das Zimmer.

Im Flur zog sie ihre Jacke an, holte das Handy heraus.

Sie rief ein Taxi.

— Jeanne, wohin? — rief Irina Wassiljewna aus der Küche.

— Frühstück ist fertig.

— Ich fahre nach Hause.

— Danke für die Gastfreundschaft.

— Aber warum so früh?

Jeanne sah sie aufmerksam an.

Geschminkte Lippen, erstaunte Augen, fürsorglicher Ton.

— Hausarbeiten.

Das Taxi kam nach zehn Minuten.

Jeanne setzte sich auf den Rücksitz und schloss die Augen.

Der Ballast beseitigt sich von selbst.

Zu Hause kochte Jeanne starken Tee und setzte sich an den Küchentisch.

Die Wohnung wirkte ungewohnt still.

Normalerweise kamen sie abends müde zurück, aßen sofort zu Abend und gingen schlafen.

Jetzt war Samstag, elf Uhr morgens, und sie war allein.

Das Telefon klingelte.

Max.

— Jeanne, bist du gut angekommen?

— Ja, alles gut.

— Was ist los?

— Mama sagt, du warst irgendwie seltsam.

Seltsam.

Jeanne lächelte:

— Alles in Ordnung.

— Wie geht es den Eltern?

— Gut…

— Hör zu, ich komme heute Abend.

— Wir reden.

— Okay.

Sie legte auf und sah sich um.

Ihre Wohnung.

Die Tapeten hatten sie gemeinsam ausgesucht, die Möbel gekauft.

Nur die Anzahlung kam von Max’ Eltern.

Also, nach ihrer Logik, gehörte die Wohnung nicht ihr.

Jeanne stand auf, ging zum Schrank und holte eine Mappe mit Dokumenten heraus.

Heiratsurkunde, Wohnungsunterlagen.

Alles auf beide ausgestellt.

Noch eine Lüge der alten Hexe.

Am Montag nahm sie sich einen Tag frei und fuhr zur Anwältin.

Ein junges Mädchen, etwa dreißig Jahre alt, in Jeans und Pullover.

— Sie wollen die Scheidung einreichen?

— Ja.

— Haben Sie Kinder?

— Nein.

— Sind Vermögensstreitigkeiten zu erwarten?

Jeanne dachte nach:

— Vielleicht.

— Dann muss es vor Gericht gehen.

— Wir reichen die Klage ein, sie laden zur Verhandlung ein.

— Wenn der Mann nicht zustimmt, wird es mehrere Sitzungen geben.

— Und wenn er zustimmt?

— Geht schneller.

— Etwa ein bis zwei Monate, und alles ist erledigt.

Jeanne füllte die Unterlagen aus, bezahlte die Gerichtsgebühr.

Ein seltsames Gefühl — als hätte sie einen schweren Rucksack abgeworfen.

Abends kam Max um acht.

Müde, unzufrieden.

— Na, was für ein Tag…

— Mutter hat mir den ganzen Tag den Kopf verdreht.

— Sie sagt, du hättest sie angeschrien.

— Ich habe nicht geschrien.

— Was dann?

— Warum bist du so plötzlich ausgerastet?

Jeanne stellte ihm einen Teller Borschtsch hin.

— Max, liebst du mich?

Er verschluckte sich:

— Woher kommen plötzlich solche Fragen?

— Einfach so, aus Neugier.

— Liebst du mich?

— Natürlich liebe ich dich.

— Seit fünfzehn Jahren zusammen.

— Das ist keine Antwort.

— Fünfzehn Jahre kann man aus Gewohnheit zusammenleben.

Max legte den Löffel beiseite.

— Jan, was passiert? Du bist seit zwei Tagen irgendwie anders.

— Beantworte die Frage.

— Nun… ich liebe dich. Und?

— Und was würdest du sagen, wenn die Eltern eine Scheidung vorschlagen würden?

Max’ Gesicht veränderte sich. Er senkte die Augen.

— Unsinn. Wozu sollten sie das tun?

— Und wenn sie es vorschlagen?

— Sie werden es nicht tun.

— Max, ich frage dich — was würdest DU sagen?

Eine lange Pause. Max knetete die Serviette in seinen Händen.

— Jan, warum solche Gespräche? Bei uns ist doch alles normal.

— Normal — das ist keine Antwort.

— Ich weiß nicht! — er stand vom Tisch auf.

— Ich bin müde von diesen Fragen. Vor zwei Tagen war alles gut, und jetzt… Was ist passiert?

Jan stand ebenfalls auf.

— Nichts ist passiert. Ich habe nur etwas erkannt.

— Was hast du erkannt?

— Dass ich fünfzehn Jahre lang eine Dummheit war.

Sie ging ins Schlafzimmer, holte aus dem Schrank einen Ordner mit Dokumenten.

Dann kam sie zurück in die Küche und legte das Scheidungsantragspapier auf den Tisch.

Max las es und wurde blass.

— Bist du verrückt geworden?

— Im Gegenteil. Zum ersten Mal seit langer Zeit denke ich klar.

— Wegen wem? Wegen deiner Mutter? Sie meint es doch nicht böse!

— Ich weiß. Nicht böse. Sie hält mich einfach für Ballast.

Max erstarrte.

— Woher…

— Ich habe euer Familienmeeting gehört. Nachts. In der Küche.

— Jan, das ist nicht das, was du denkst…

— Was ist es dann?

Er schwieg. Drehte das Papier in den Händen und schwieg.

— Sag wenigstens etwas, — Jan setzte sich ihm gegenüber.

Max legte das Papier auf den Tisch.

— Mama hat tatsächlich über die Kinder gesprochen. Dass die Zeit knapp wird.

— Und auch über Ballast?

— Jan, sie ist alt. Sie redet manchmal Unsinn.

— Und was hast du geantwortet?

Max rieb sich die Stirn.

— Ich… habe nichts geantwortet.

— Genau. Wie immer.

Jan stand auf, goss sich Tee ein. Ihre Hände zitterten nicht.

Seltsam — sie hatte mit einem Ausbruch, mit Tränen gerechnet. Aber sie war ruhig.

— Fünfzehn Jahre habe ich gewartet, dass du sie endlich zurechtrückst, — sagte sie.

— Dass du deiner Mutter sagst, dass ich deine Frau bin und nicht nur eine vorübergehende Mitbewohnerin.

— Sie sind es gewohnt zu befehlen…

— Und du bist es gewohnt zu gehorchen. Und hast mich gezwungen zu gehorchen.

Max sprang auf.

— Ich habe niemanden gezwungen! Ich mag nur keine Konflikte.

— Konflikte? — Jan lachte.

— Das nennte man, die Frau zu schützen. Aber du hast es vorgezogen, dass ich alles ertrage.

— Und was machen wir jetzt? Die Vergangenheit kann man nicht zurückholen.

— Man muss nichts tun. Alles ist schon geschehen.

Max griff nach dem Antrag.

— Ich werde das nicht unterschreiben!

— Muss nicht. Vor Gericht wird geschieden.

— Jan, komm zur Vernunft! Wohin gehst du? Was wirst du tun?

— Ich weiß nicht. Aber ohne euch drei werde ich es tun.

Er lief durch die Küche, schwenkte die Arme.

— Das ist Wahnsinn! Wegen der dummen Worte einer alten Frau die Familie zerstören!

— Familie? — Jan stellte die Tasse ab.

— Welche Familie, Max? Wo siehst du eine Familie?

— Wir… wir leben doch zusammen…

— Leben. Wie Nachbarn in einer Wohngemeinschaft. Du arbeitest, ich arbeite. Abends treffen wir uns, schauen fern. Am Wochenende fahren wir zu deinen Eltern, wo ich so tue, als sei ich dankbar, dass man mich erträgt.

Max setzte sich.

— Und was ist daran falsch? Normales Leben.

— Für dich normal. Ich aber bin es leid, niemand zu sein.

Das Telefon klingelte. Irina Wassiljewna.

— Nimm nicht ab, — bat Max.

Jan nahm den Hörer ab.

— Hallo.

— Janotschka, Liebling! Ist Maxim zu Hause? Ich wollte wissen, wie es dir geht.

— Mir geht es gut. Ich lasse mich von Ihrem Sohn scheiden.

Stille. Dann:

— Was? Was sagst du da?

— Das, was ihr hören wolltet. Ich befreie mich selbst.

— Jan, ich verstehe nicht…

— Ihr werdet es verstehen. Grüße bitte Peter Semjonowitsch.

Sie legte auf. Max sah sie entsetzt an.

— Warum hast du ihr das gesagt?

— Warum verheimlichen? Lass sie sich freuen.

Eine halbe Stunde später kam Irina Wassiljewna angerannt. Sie stürmte ohne anzuklopfen in die Wohnung.

— Was passiert hier? Maxim, erklär sofort!

— Mama, jetzt nicht…

— Jan! — sie wandte sich der Schwiegertochter zu.

— Was hast du dir gedacht? Bist du verrückt geworden?

Jan saß ruhig am Tisch.

— Im Gegenteil. Ich habe Vernunft gefunden.

— Wegen was? Hat Maxim dich verletzt?

— Maxim hat mich ignoriert. Und ihr habt geplant, mich loszuwerden.

Irina Wassiljewna errötete.

— Wer hat dir so etwas gesagt?

— Ihr selbst. Nachts. In der Küche.

— Hast du zugehört?

— Ich wollte Wasser trinken. Und habe gehört, wie ihr mich Ballast nennt.

Die alte Frau tauschte einen Blick mit ihrem Sohn.

— Janotschka, du hast es falsch verstanden. Ich mache mir Sorgen um Maxim, er ist unglücklich…

— Mama, genug, — sagte plötzlich Max.

Irina Wassiljewna war überrascht.

— Genug?

— Genug zu lügen. Ja, ihr wolltet, dass wir uns scheiden lassen. Ja, ich habe zugehört und geschwiegen. Wie immer.

— Maxim!

— Und jetzt hat Jan selbst alles entschieden. Und sie hat richtig gehandelt.

Jan sah ihren Mann erstaunt an. Zum ersten Mal in fünfzehn Jahren sagte er seiner Mutter die Wahrheit.

— Aber zu spät, — fügte sie hinzu.

Max nickte.

— Ich verstehe.

Irina Wassiljewna lief zwischen ihnen hin und her.

— Ihr seid beide verrückt! Jan, entschuldige, falls ich etwas Falsches gesagt habe!

— Danke. Aber die Entscheidung ist getroffen.

Einen Monat später wurde die Scheidung offiziell.

Die Wohnung wurde geteilt, Jan verkaufte ihren Anteil an Max.

Das Geld reichte für eine Einzimmerwohnung in einem anderen Viertel.

Die neue Wohnung war klein, aber hell. Jan stellte Blumen auf die Fensterbank, hängte ihre Bilder auf.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren tat sie, was sie wollte. Sie sah Filme, die ihr gefielen.

Sie aß, wann sie wollte. Niemand kritisierte ihre Entscheidungen.

Max rief in den ersten Wochen an. Bat sie zurückzukommen, versprach, mit den Eltern zu sprechen.

Jan antwortete höflich und kurz. Dann hörten die Anrufe auf.

Freundinnen waren erstaunt: Wie kann man einen wohlhabenden Mann verlassen?

Jan erklärte einfach — Geld ersetzt keinen Respekt.

Mit einundvierzig Jahren begann sie ein neues Leben.

Ohne einen schweigsamen Schwiegervater, ohne eine spöttische Schwiegermutter, ohne einen schüchternen Ehemann.

Schwierig? Ja. Einsam? Manchmal.

Aber zum ersten Mal seit vielen Jahren war Jan kein Ballast mehr, sondern einfach sie selbst.

Und das war jede Schwierigkeit wert.