Es blieben nur noch ein paar Wochen bis zu den lang ersehnten Neujahrsferien.
Dann teilte die Klassenlehrerin der Klasse 2A den Eltern mit, dass sie Geld für Geschenke für ihre Kinder beisteuern müssten.

Der Betrag war für fast jeden erschwinglich – nur 5 Dollar.
Für einige Eltern konnte selbst dieser Betrag problematisch sein, besonders für alleinerziehende Mütter.
In dieser Klasse gab es genau eine solche Mutter.
Vor ein paar Tagen hatte Anna einen Kredit für einen neuen Kühlschrank abbezahlt und hatte nur noch eintausend Rubel in ihrem Geldbeutel, während sie noch mehr als eine Woche bis zu ihrem nächsten Gehalt hatte.
„Denis, sag deiner Klassenlehrerin, dass ich kein Geld beisteuern kann.

Bitte sei nicht traurig; ich verspreche, ich werde später selbst ein Geschenk machen; ich kann es nur jetzt nicht,“ versuchte Anna, ihrem Sohn zu erklären, aber während des Gesprächs sah sie immer wieder auf ihre Füße.
Am nächsten Tag überbrachte Denis die Worte seiner Mutter der Lehrerin.
Sie antwortete, dass alle Eltern Geld beigetragen hätten, außer seiner Mutter.
Diese Worte verletzten den Jungen zutiefst, sodass er es schwerfiel, jemanden anzusehen.
Der Tag der Neujahrsfeier in der Schule war gekommen.
Die Kinder, ihre Eltern und die Klassenlehrerin versammelten sich im Klassenzimmer.
Sie begann, die Geschenke auszuteilen.

Alle Kinder gingen fröhlich zur Lehrerin und erhielten ihre Geschenke, nur Denis nicht.
Alle seine Klassenkameraden, bis auf ihn, erhielten Geschenke.
Die Kinder öffneten ihre Pakete und begannen, die Süßigkeiten darin zu essen. Denis sah traurig zu.
Einer seiner Klassenkameraden bemerkte dies und rief der ganzen Klasse zu: „Den, warum bist du so traurig? Wo sind deine Süßigkeiten?“
„Aber ich habe kein Geschenk bekommen. Meine Mama konnte kein Geld beisteuern.
Wir haben gerade nichts,“ antwortete Denis traurig.
Natürlich hörten alle anderen Klassenkameraden das. Dann tauschten die Kinder Blicke aus, und der erste Junge beschloss, zu handeln.
Er ging zu Denis mit seinem eigenen Geschenk, griff in die Tasche, holte ein paar Süßigkeiten heraus und stellte sie auf Denis’ Tisch.
Ein paar Sekunden später machte ein anderer Junge dasselbe.
Dann gingen alle Klassenkameraden nacheinander zu Denis’ Tisch und stellten ihm Süßigkeiten vor die Nase. Bald hatte Denis ein ganzes Geschenk.
Die Geste der Kinder beeindruckte sowohl die Eltern als auch die Lehrer. Einige Erwachsene weinten sogar.
Solche Handlungen der Kinder zeugen von guter Erziehung und dass es immer noch Freundlichkeit in der Welt gibt.



