Mein Mann isst bei seiner Mutter zu Abend. Sehen Sie, ich habe keine Zeit, das zu kochen, was er gerne isst.

Ich bin in Elternzeit.

Unser Sohn ist eineinhalb Jahre alt.

In dieser Zeit habe ich vergessen, was erholsamer Schlaf und richtige Ruhe bedeuten.

Natürlich habe ich kaum Zeit, deshalb wage ich mich nicht an aufwendige Gerichte.

Also hat mein Mann eine Lösung gefunden – er geht zum Abendessen zu seiner Mutter.

Nach der Arbeit geht er zu seiner Schwiegermutter und trinkt dort bis spät in die Nacht Tee.

Sie ist Rentnerin, langweilt sich den ganzen Tag, deshalb freut sie sich über die Gesellschaft ihres Sohnes.

Nach Hause kommt mein Mann nur noch zum Übernachten.

Und er macht mir auch noch Vorwürfe, dass er dazu gezwungen sei, weil ich ihm kein richtiges Essen koche.

Ich würde liebend gern kochen und für Ordnung sorgen.

Ich bin es gewohnt, den Haushalt perfekt zu führen, aber wohin soll ich mit dem Kind?

Oma und Mama haben mir alles beigebracht, deshalb weiß ich genau, wie man Gemütlichkeit im Haus schafft.

Mein Mann kennt meine Fähigkeiten.

Er liebt meine kulinarischen Meisterwerke und hat seit unserer Hochzeit zehn Kilo zugenommen.

Sobald ich schwanger wurde, musste ich das Ganze unterbrechen.

Ich hatte nämlich starke Übelkeit.

Trotzdem habe ich versucht, etwas Leckeres zu kochen und meinem Mann eine Freude zu machen.

Er hat einen körperlich anstrengenden Job, deshalb braucht er kalorienreiches Essen.

Unsere Tiefkühltruhe und der Kühlschrank waren immer voll, damit ich im Notfall schnell ein sättigendes Mittag- oder Abendessen zubereiten konnte.

Nach der Geburt wurde mir klar, dass ich keine Zeit mehr fürs Kochen haben würde.

Unser Sohn war sehr anhänglich und ständig auf dem Arm, deshalb schaffte ich kaum etwas.

Ich lief wie ein Zombie herum und träumte nur davon, endlich mal auszuschlafen.

Trotz meines Zustands blieb mein Mann nicht hungrig.

Ich kochte keine komplizierten Gerichte, aber der Kühlschrank war nie leer.

Ich hetzte zwischen Kochen, Putzen und dem Kind hin und her.

Ich wollte auch mal schlafen und baden gehen.

Und ich musste auch noch selbst einkaufen gehen, denn mein Mann war auf der Arbeit.

Irgendwann fing ich an, Fertiggerichte zu kaufen.

Das gefiel meinem Mann überhaupt nicht.

Er fing an, das Essen zu verschmähen.

Mal schmeckte es ihm nicht, mal war zu wenig Fleisch drin, mal war es fade, mal hieß es: „Schon wieder Nudeln?“

Ich versuchte ihm zu erklären, dass wir diese Phase einfach überstehen müssen, aber er hörte nicht zu.

Er machte keinen Streit – er fand einfach eine andere Lösung und fing an, bei seiner Mutter zu Abend zu essen.

Die Schwiegermutter wohnt nicht weit von seiner Arbeit entfernt, also passte es für ihn perfekt.

Er kommt spät nach Hause, weil er beim Reden mit seiner Mutter die Zeit vergisst.

Deshalb hilft er mir auch nicht mehr mit dem Kind.

Er kommt nach Hause und geht direkt schlafen.

Da die Schwiegermutter bereits in Rente ist, hat sie genug Zeit für aufwendige Gerichte.

Aber es wäre besser, wenn sie nicht nur ihren Sohn mästet, sondern auch mit dem Enkel helfen würde.

Aber anscheinend liebt sie niemanden außer ihren Andruscha.

Sie hat den Enkel nur einmal bei der Geburt gesehen und sich danach nie wieder nach ihm erkundigt.

„Ich kann doch nicht einfach essen und gehen. Mama ist einsam. Sie bekocht mich, und ich leiste ihr Gesellschaft. Warum bist du schon wieder unzufrieden?“ – empört sich mein Mann.

Wie soll ich ihm erklären, dass ich auch freie Zeit brauche?

Ich habe auch eigene Bedürfnisse, nicht nur Mutterschaft und Kochen.

Mein Mann ist aber überzeugt, dass er mir mit seinem Verhalten das Leben erleichtert.

Na klar!