Anton schwieg bereits den dritten Tag.
Dasha verstand die Gründe nicht.

Nein, sie wusste, dass er sie mit seinem Schweigen für etwas bestrafen wollte.
Aber wofür diesmal?
Ihr Mann hatte eine schreckliche Angewohnheit: Wenn Anton unzufrieden war, sagte er es nicht, sondern hörte einfach auf, mit ihr zu sprechen.
Und das Schweigen konnte tagelang dauern.
Eines Tages bat Dasha ihn, es nicht so zu machen:
– Antosha, sag einfach, was dir nicht gefällt, denn man kann doch alles besprechen und klären.
– Ist es besser zu streiten oder einen Skandal zu machen? – fragte er.
– Es hat mir nicht gefallen – also schweige ich.
Und du sollst verstehen, was du falsch gemacht hast.
– Es tut mir sehr weh, wenn du schweigst, – klagte Dasha.
– Das ist richtig so, so soll es sein.
Du leidest, also wirst du das nächste Mal so etwas nicht mehr tun, – erklärte ihr Anton.
– Meine Mutter hat mich als Kind so bestraft.
Am Anfang habe ich geweint und war beleidigt, genau wie du jetzt.
Dann habe ich verstanden, was zu tun ist.
Ich nahm ein Blatt Papier und schrieb alle schlechten Taten auf, die ich am Tag vor dem Tag begangen hatte, an dem meine Mutter aufgehört hatte, mit mir zu sprechen.
Und weißt du, das hat mir geholfen.
Manchmal habe ich diese Blätter nochmal gelesen und mir gemerkt, was ich auf keinen Fall tun darf.
Diese Erziehungsmethode war viel wirksamer als die, die die Eltern meiner Klassenkameraden angewandt haben.



