Er wollte einen osteuropäischen Schäferhund.
Wir fanden einen super reinrassigen, telefonierten.

Die Frau sagte: „Kommt schnell, es sind nur noch zwei Rüden da.“
Einen Rüden wollten wir.
Wir springen ins Auto und fahren hin.
Früher stellte ich mir die Hölle als Teufel mit Mistgabeln, Kesseln und einer vulkanischen Flammenzunge vor.
Etwas so Ungeordnetes.
Ich hatte eine falsche Vorstellung.
Tatsächlich hat die Hölle ganz konkrete Umrisse.
Ich sah, wie auf einem riesigen Grundstück eines Privathauses herumstreiften: die Großmutter (ungefähr 15 Jahre alt), ihre sechs Kinder (zwischen 8 und 6 Jahren) und die Enkelkinder – genau die zwei, von denen einer zu uns kommen sollte.
Die Großmutter schob die Beine kaum voran.
Sie lag im Schatten und kniff die Augen zusammen.
Die Kinder sorgten für eine psychiatrische Atmosphäre.
Sie versammelten sich neben uns am Zaun in einem Rudel, schrien und fletschten die Zähne, sodass ich aufs Klo musste.
Uns trennte ein Zaun aus Bewehrungsstahl.
Doch er fühlte sich irgendwie nicht wirklich trennend an.
Ich wollte gehen.
Die Besitzerin kam heraus, eine kräftige Frau, und schrie: „Ruhe!“
Mir klingelten die Ohren.
Ich hätte fast auf die Toilette gemacht.
Alle hielten sich die Ohren zu und verstummten sofort, ich ebenfalls.
Es herrschte eine wilde Stille.
Tatsächlich hatte sie eine weiche, samtige Stimme.
Sie bot an, aus den zwei Enkeln einen auszuwählen.
Vom Leben abgehärtet sagte ich zu meinem Sohn: „Nehmen wir den da, den faulen, der schläft.“
Doch mein Sohn sagte: „Nein, wir nehmen den da.“
Es waren zwei.
Einer schlief.
Über ihn liefen Großmutter und Kinder.
Er gefiel mir sofort.
Der andere zeigte alle Anzeichen psychischer Instabilität.
Er kroch in alle Ritzen, biss die Älteren.
Bekam Prügel.
Merkte das nicht.
Dann kletterte er in ein Rohr und kroch auf der anderen Seite des Grundstücks wieder heraus.
Er kletterte auf die Großmutter und rutschte wie auf einer Rutsche von ihr herunter.
Das gefiel ihm.
Er machte es noch einmal.
Die Großmutter biss ihn faul in den Hintern.
Er rannte weiter.
Man sah, dass er das jeden Tag machte.
Und es wird so bleiben.
„Vielleicht doch den da?“ schlug ich meinem Sohn vor.
„Nein.“
Sein Name laut Papieren: Gendarme.
Mich hat immer überrascht, wie Züchter bei der Geburt des Hundes alles so genau vorhersagen.
Seitdem hat sich wenig geändert.
Fünfzig Kilo Lebendgewicht organisieren Aufregung auf dem ganzen Grundstück.
Es geht überall was.
Gestern ging der Hund nachdenklich an einer Bank vorbei, die wir mit einem Verwandten zu zweit tragen, schob sie mit seinem Hintern einen Meter zur Seite und bemerkte es nicht.
Er liebt Kefir, Kirschen und Äpfel.
Gestern kam er in der Laube zu mir, sah mir in die Augen und nahm langsam und vorsichtig einen Pfirsich aus meiner Hand.
Den Kern spuckte er edel grinsend aus.
Er versteht die russische Sprache wortwörtlich.
Wenn ich versuche, wie ein Hundetrainer auszusehen, macht er das hier.
Generell finde ich, über den Besitzer zu lachen ist das Allerletzte.



